Kamera kaufen?

Welche Kamera soll ich denn nun kaufen??

Diese Frage wird mir sehr häufig gestellt, deshalb versuch ich mal die Frage für euch in einem Blogbeitrag zu beantworten.
Kamerahersteller gibt es ja wie Sand am Meer, doch welcher ist der richtige für mich?

Nikon, Canon, Olympus oder Sony – und dies sind nur ein paar von vielen Herstellern.

 

Auch ich stand vor dieser Frage: so viele Kamerahersteller, doch welcher der Hersteller ist der richtige für mich? Nächtelang hab ich mich darüber informiert und schlussendlich fiel meine Entscheidung dann auf eine Nikon D5000.

Warum?

Es gibt keinen richtigen Grund. Ein Handy schaut man sich auch erst mal an und versucht es zu bedienen. Mit einer Kamera ist es genau das gleiche, die Kamera muss in der Hand liegen und sie sollte einfach zu bedienen sein.

 

Da ich selber mit Nikon fotografiere, ist klar dass ich auch Nikon Kameras empfehle. Dies soll nun aber nicht heissen das Canon oder Sony oder die anderen Anbieter keine Kameras produzieren können. Ne, ganz im Gegenteil, mit allen Kameraherstellern kann man tolle Bilder machen und in der Bildqualität sind die Kameras sich auch alle sehr ähnlich.

Die Kamera gebraucht oder neu kaufen?

Ich empfehle grundsätzlich, bei der ersten Kamera eine neue zu kaufen!?

Bei gebrauchten Kameras muss man auf die Auslösungen achten, dies ist wie der Kilometerstand bei einem gebrauchten Auto.

 

Wo kaufe ich die Kamera: im Internet oder im Fachgeschäft?

Die Preise vom Internet sind super, doch eine Kamera sollte man auch mal in der Hand halten und versuchen, sie zu bedienen. Erst dann kann man sagen, ob es die richtige ist. Diese Möglichkeit ist im Internet nicht gegeben.

In Schwäbisch Gmünd gibt es ein sehr gutes Fachgeschäft für Fotografie – der Foto Schweizer. Gerade für Fotografie-Einsteiger oder auch semiprofessionelle Fotografen ist dieses Geschäft sehr gut geeignet, da die Beratung auf solche Personen ausgerichtet ist, und man sich auch sehr lange Zeit für die Beratung nimmt. Ich persönlich finde, wenn ich gut beraten werde, dann bezahle ich lieber ein paar Euro mehr und kann die Kamera dann direkt mitnehmen. Wenn ich einen Ansprechpartner benötige, kann ich dort immer gleich hin gehen. Aber auch die Profis finden beim Fotoschweizer ihre Ausrüstung. Ich werde mal einen Blog über den Kauf über das Internet und beim Fachhändler schreiben, doch nun weiter mit unserer ersten Kamera.

 

Also, was soll ich nun kaufen?

Diese Frage beantworte ich unhöflicherweise mit einer Gegenfrage: Was will man denn Fotografieren? Der klassische Fall ist Urlaub und natürlich mein Kind sowie an Familienfesten oder Schulaufführungen.

 

Lasst uns eine Foto-Reise miteinander machen:

Wir machen Urlaub in den Bergen und gehen mit unseren Familien spazieren:

Ein toller Sonnentag, eine tolle Landschaft mit Bergen, einem See und vielen kleinen Enten auf dem Wasser, grüne Wiesen mit vielen Blumen – tja doch wie fotografiere ich diese tolle Stimmung?

Landschaften fotografiert man „fast“ immer mit einem Weitwinkel-Objektiv. Es soll ja am besten die ganze Landschaft aufs Bild, sowie man sie gerade sieht. Ein Beispiel für so ein Objektiv, wie wir es kennen, ist dass 18-55 mm Kit-Objektiv. Dies ist ein Zoomobjektiv, an dem man die Brennweite von 18-55 mm verstellen kann. Im Normalfall kommt jetzt der erste Kritiker und schreit: Ja halt, aber da haben wir doch noch den Crop-Faktor. Diesen lassen wir nun mal beiseite und fotografieren zusammen weiter.

Also, wir stellen unsere Kamera auf die kleinste Brennweite ein – und die wäre diesem Objektiv bei 18 mm. Klick, und wir haben unser Landschaftsfoto im Kasten.

 

Jetzt schwimmt auf dem See aber noch eine Ente mit Ihren kleinen Babys, ein tolles Bild – wie kann ich denn dieses nun fotografieren?

Jetzt fangen die Probleme schon an. Ins Wasser steigen und dorthin schwimmen empfiehlt sich denke ich nicht so sehr. Die Brennweite (ZOOM) von unserem Kit- Objektiv 18-55 mm ist bei 55 mm leider zu Ende. So, und was mach ich jetzt? Richtig, man braucht ein anderes Objektiv! Oder wir machen ein Foto und schneiden uns die Enten später am PC zusammen. Hier leidet aber die Bildqualität dann doch sehr darunter. Also brauchen wir ein anderes Objektiv mit mehr Brennweite. Es gibt ganz teure Objektive, doch auch sehr preiswerte mit trotzdem guter Bildqualität. Wir wählen nun das 70-300 mm von Nikon aus. Ein richtig tolles Objektiv. Mit diesem habe ich auch schon mal gearbeitet und es schweren Herzens verkauft. So, wir schrauben es auf die Kamera und zoomen mal auf 300mm. Und siehe da, die Enten sind plötzlich sehr gut durch unseren Sucher der Kamera zu erkennen. Klick, und das Bild ist im Kasten.

 

Natürlich darf ein schönes Portraitbild von der Tochter bei so einem Ausflug nicht fehlen. Die Tochter steht auf einer grünen Wiese und grinst in die Kamera. Doch welches Objektiv wählen wir hier nun. So ein Bild kann mit jedem der bisherigen Objektive gemacht werden. Wir lassen das 70-300mm Objektiv drauf und machen bei 150mm ein Bild. Klick und das Bild von der Tochter ist im Kasten.

Auf der Grünen Wiese sind natürlich ganz viele Blumen, auf einem Gänseblümchen sitzt eine Biene – und wie fotografiere ich das JETZT??

Es gibt ja ganz tolle Blumenfotos, die eine Blume super nah zeigen. Diese Fotos sind mit speziellen Objektiven aufgenommen worden. Solche Objektive nennt man Makroobjektive.

Wir haben aber so ein Objektiv nicht, deshalb kann hier auch Ihr 70-300mm Teleobjektiv verwendet werden. So, wir dürfen nicht zu nah ran, denn sonst fliegt die Biene wieder weg. Also zoomen wir bei unserem Teleobjektiv auf 200 mm und fokussieren auf die Biene. Klick, und Bild im Kasten.
Abends gehen Sie in eine Berghütte zum Abendessen, eine lustige Runde mit vielen Freunden. Welches Objektiv nehme ich jetzt aber? Den Zoom von 70-300 mm eher nicht, da ich ja die ganze Gruppe drauf bekommen möchte. Also unser Kit-Objektiv mit den 18-55 mm . Der Raum ist sehr schlecht beleuchtet – wie es eben abends in einer Berghütte so ist. Also, Objektiv drauf, auf 18 mm eingestellt und los geht es. Beim Drücken des Auslösers klappt der Blitz auf. Hmm, wieso das?? Ganz einfach, die Kamera bekommt zu wenig Licht auf den Sensor. Deshalb möchte die Kamera das fehlende Licht durch den Blitz kompensieren. Nun fangen wir an zu fotografieren, denn jetzt kommt zum ersten Mal die Kombination ISO, Blende und Zeit ins Spiel. Ich möchte bei diesem Bericht nicht zu sehr ins Detail gehen nur so viel:

Aufgrund der großen, aber nicht zu großen Blendenöffnung muss die Kamera den integrierten Blitz ausklappen. Ja, nun ist guter Rat teuer. Bevor die Digitalkameras auf den Markt gekommen sind, hat man jetzt einfach einen anderen Film eingelegt – mit ISO 1600 zum Beispiel.

 

In unserem Fall wäre nun ein Objektiv mit Brennweite 35mm und einer Blende von 1.8 genau das richtige. Dieses Objektiv ist sehr lichtstark und würde perfekt passen. Mit diesem Objektiv kann nicht gezoomt werden! Es hat eine fixe Brennweite und deshalb wird es auch liebevoll „Turnschuh“ Objektiv genannt.

 

Könnte man mit dem KIT-Objektiv trotzdem nun ein Bild machen? Ja klar, doch man müsste entweder blitzen – dies würde die gesamte Bild- Stimmung zerstören – oder mit der ISO hoch, damit der Blitz nicht mehr ausklappt. Dies hat allerdings zur Folge, dass unser Bild ein Bildrauschen bekommt. Bildrauschen sind viele kleine störende Pixel, die vom eigentlichen Bild in Helligkeit und Farbe abweichen.

Ok, nun haben wir schon fünfmal zusammen ein Foto gemacht. Dies sind sehr häufige Bildmotive, wenn man mit dem Fotografieren anfängt.

Aber jetzt wissen wir immer noch nicht, mit welcher Kamera wir fotografieren sollen.

 

Welche Kamera würde ich empfehlen:

 

Ich möchte nun mit drei Kombinationen anfangen: schlicht, mittel und fortgeschrittenen. Ihr dürft dann selber entscheiden, in welche Richtung ihr gehen wollt.

 

Die schlichte Variante soll dem Fotografen dienen, der die Kamera ab und zu mal im Urlaub verwendet und vielleicht auch mal zu Hause oder beim Spazierengehen.

 

Die mittlere Variante dient dem Fotografen, der auch mal die Schulaufführung seines Kindes fotografieren möchte und vielleicht mal ein Buch über Fotografie liest und sich ein wenig mit dem Thema auseinandersetzt.

 

Die fortgeschrittene Variante soll dem Fotografen helfen, den das Fotofieber gepackt hat und der auch mal Bücher und Videos schaut, der dieses Modell als Einstieg nutzt, um eventuell dann auch mal in die Profiliga zu gehen – also derjenige, der das Fotografieren nicht nur als Hobby sieht.

 

 

Variante 1: Nikon D3100 oder Nikon D5100 mit Kit-Objektiv und Nikon 55-300

Warum diese Kombination:

Mit dem KIT-Objektiv kann man schöne Bilder machen und die D3100/ D5100 sind für den Anfang wirklich sehr einfach zu bedienen. Ich möchte nun auch gar nicht auf die Details dieser Kameras eingehen. Bei Amazon findet man alles, was diese Kameras können. Für den Einsteiger sind diese Kameras perfekt!

 

Variante 2: Nikon D3300 oder Nikon D5300 mit einem Nikon 18-105 mm, einem Nikon 50 mm 1.8 und einem Nikon 70-300mm 4,5-5,6 .

Diese Kombination finde ich perfekt für den Fotografen, der sich auch mal mit Blende ISO und Zeit auseinandersetzt, doch auch für Einsteiger, denn die Kamera bietet auch alle Automatikfunktionen. Das Kit-Objektiv 18-105 mm ist für den Anfang schon sehr gut, mit dem 50 mm 1.8 hat man ein super Portrait-Objektiv, und mit dem 70-300 mm Objektiv kann man auch weit entfernte Objekte heranholen.

 

Variante 3: Nikon D7100 mit einem Tamron 17-50 mm, einem Nikon 35 mm und einem Sigma 70-200 mm 2.8. Die Nikon D7100 ist schon sehr fortgeschritten, sie hat auch die typischen Automatik-Einstellungen für die Anfänger. Doch bei dieser Kamera geht es schon sehr in den semiprofessionellen Bereich. Mit den Objektiven deckt man den Brennweiten-Bereich von 17-200 mm ab, alle Objektive haben eine durchgehende Blende von 2.8 und sind sehr lichtstark. Mit dieser Kombination ist man sehr gut auf sehr viele fotografische Varianten eingestellt.

 

Die Entscheidung liegt nun bei ihnen. Die Varianten 1-2 decken eine Brennweite von 18 mm bis 300 mm ab. Natürlich sind die Objektive nicht im Profi-Segment, doch man kann mit ihnen schon tolle Fotos machen. Die beiden letzten sind zusätzlich sehr lichtstark mit dem 50 mm 1.8. Mit diesem Objektiv kann man auch tolle Portraits fotografieren. Festbrennweiten sind im Portraitbereich sehr beliebt aufgrund der sensationellen Schärfe.

 

 

Mit diesen Modellen macht man definitiv mal nichts falsch:

Etwas älter: Nikon D90, Nikon D3100, Nikon 5100, Nikon D300, Nikon D300s und die Nikon D7000

Die neuen Modelle: Nikon D3300, Nikon D5300 und die Nikon D7100

 

Des weiteren dürfen wir natürlich die Objektive nicht vergessen:

Zoom-Objektive: Tamron 17-50 mm 2.8 , Nikon 55- 300 mm 4,5-5,6, Sigma 70-200 mm 2.8 , Nikon 70-300mm 4,5-5,6, Tamron 70-300 4- 5,6 , Nikon 18-105 mm 3,5-5,6,

Festbrennweiten: Nikon 35 mm 1.8, Nikon 50 mm 1.8, Nikon 85 mm 1.8, Sigma 30mm 1,4